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Aufzeichnungen von Agnes Heinz

Familie Dickescheid

Aufsatz über die Familie Dickescheid

Die Familie Dickescheid ist eine der ältesten Familien in Dromersheim. Schon 1653 wird ein Dickescheid genannt, wohl Balthasar Dickescheid, aus Tyrol. Nach den furchtbaren Not- u. Elendsjahren des 30jährigen Krieges riefen die Landesfürsten auf, zur Bevölkerung ihrer zerstörten Städte u. Dörfer. Und so kamen sie von überall her, aus Tyrol u. dem Eichsfeld, u. aus der Gegend von Lüttigh, aus Elsaß u. Lothringen. Aus Tyrol sind besonders viel Maurer genannt. Es ist wohl anzunehmen, daß es meistens jüngere Leute waren, ledige oder jung verheiratete, die sich eine neue Heimat suchten. Sie blieben unterwegs irgendwo „hängen", wo es ihnen grad gefiel, oder zogen wieder weiter.

Der Familienname Dickescheid ist einer der ältesten Namen hier in Dromersheim, die nach dem 30jährigen Krieg genannt werden. Der Urahn stammt aus Tirol, er hieß Balthasar Dickescheidt. Der Name wurde imLaufe von 300 Jahren oftmals anders geschrieben. Bei den ersten Eintragungen heißt es Dickenscheids, bei nächsten Pfarrer Dickerscheid, dann wieder Dickenscheidt, wobei auch öfter das t wegbleibt. 1700 kam der Pfarrer Melchior Stymelius hierher, der schrieb den Namen ohne t = Dickescheid, wie wir ihn heute schreiben. Zwischendurch wird später öfter mal Dickenscheid geschrieben bis etwa 1756. Von diesem Jahr ab nur noch Dickescheid. Mit anderen Namen ist es ähnlich. Jeder Pfarrer schrieb, wie er es für richtig hielt. Mit der Grammatik wurde es nicht so genau gehalten wie in unserer Zeit. - Der Stamm Dickescheid hat also ein schönes Alter von ungefähr 300 Jahren. Es war die Zeit nach dem 30jährigen Krieg 1618 - 48. Die Städte u. Dörfer waren entvölkert, da riefen die Landesfürsten, deren Länder besonders schwer betroffen waren, zur Besiedlung auf. Und so kamen von überall her neue Familien. Der Name Dickescheid wird 1653 zum 1. Mal genannt. Das war also schon gleich nach dem 30jährigen Krieg. Damals kamen aus Tyrol besonders viele Maurer, die ja auch gut gebraucht werden konnten. In der Pfarrcronik schreibt Pfarrer Hilgenreiner, es sei ihm erzählt worden, daß die Tyroler in ihrer Heimat den Kriegsdienst verweigerten u. sie deshalb außer Land ziehen mußten. Sie seien als Hausierer von Ort zu Ort gezogen u. haben sich dort niedergelassen, wo es ihnen eben gefallen hat. Es gab also auch vor 300 Jahren schon Kriegsdienstverweigerer, ein ganz modernes Wort, nur war es eben doch ein wenig strenger als heute, denn „wer die Heimat nicht beschützen will, soll auch nicht darin leben". Auch haben sie später nichts von ihrer Erbschaft beanspruchen können. Es waren also meistens junge Leute, die als Siedler kamen, sich ein Mädchen suchten und einheirateten.

Aber in ihrer neuen Heimat wurde ihnen auch nichts geschenkt. Wie mag es wohl nach den unzähligen Kämpfen, Einquartierungen u. Brandschatzungen der 30 Kriegsjahre bei uns hier ausgesehen haben? Die Schäden waren bestimmt noch nicht alle behoben, als 1666 das furchtbare Pestjahr kam. Es war wohl auch noch eine Folge der Not- u. Elendsjahre des vergangenen Krieges.
Von 373 Einwohnern blieben nur noch 100 übrig. Auch der Pfarrer Joh. Ubach starb an der Pest. Kaum war dieses Schreckensjahr vorbei, als 1668 der Herzog von Lothringen eine blutige Felde mit dem kalvinistischen Kurfürsten Karl Ludw. V. d. Pfalz in unserer Gegend austrug.